Im Dschungel der weblogs tummelt sich zwischenzeitlich so einiges. Einige Journalisten betrachten “diese neueartigen Auswüchse” eher mit Argusaugen.

Am 10. September 2006 formulierte Jörg Kantel zum Thema Weblogs und Journalismus
«5 Thesen zu einem Mißverständnis».
Die Konstellation dieser diametralen Ansätze und deren weitere Entwicklung sind für mich eine Herausforderung, bin ich doch selbst als Medienschaffende tätig.

Zwar haben sich manche Blogger inzwischen den Ruf als Intimfeinde des professionellen Journalismus erworben. Dennoch dürfte es Journalisten und Öffentlichkeitsarbeitern in Zukunft schwer fallen, die Meinungen bloggender Experten zu ignorieren. Denn längst sind es auch Blogger, die in der Internet-Öffentlichkeit den Ton angeben, Trends und Themen setzen.

Spiegel online Redakteur Mathias Müller am 25. Oktober 2004 zum Stichwort “Medium der Zukunft”, dass Blogs künftig “den Journalismus im Internet aufmischen” werden:

Aber so revolutionär sind sie in vielen Dingen dann auch nicht. Seit es das Internet gibt, gibt es auch interessante Autoren, die mit ihren Homepages im Netz sind; es gibt Kolumnen oder Tagebücher, die vom üblichen Stil etwa einer Tageszeitung abweichen. Aber heutzutage muss eben alles Blog heißen. Dazu kommt, dass 99 Prozent der Blogs einfach nur Müll oder zumindest journalistisch einfach nicht relevant sind. Es handelt sich um eine interessante Entwicklung, die aber den Journalismus nicht grundsätzlich verändern wird.

Ob nun Weblogs den Journalismus bereichern, ihn gar ersetzen oder einfach “nur Müll” sind – ich werde die künftige Entwicklung sehr genau verfolgen und dokumentieren.