Verunglimpfend, stark negativ, sachlich grob unangemessen – ja möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzend – die jährlich stattfindende Aktion »Unwort des Jahres« fordert alle BürgerInnen des Landes auf, solch ein Wort zu nennen.

Diese, wie man sie so schön nennt, “sprachlichen Missgriffe” werden seit 1991 von einer unabhängigen Jury gesammelt und nach einem Verfahren der Unwort-Wahl ausgewählt. Alle BürgerInnen können Vorschläge aus den Bereichen der öffentlichen Kommunikation, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Kulturinstitutionen oder Medien, nennen.

Sinn und Zweck der Aktion »Unwort des Jahres« ist an und für sich, dass solche sprachlichen Entgleisungen vermieden werden sollen. Positiv formuliert – laut Auszug der Satzung will die Aktion »Unwort des Jahres« für mehr sachliche Angemessenheit und Humanität im öffentlichen Sprachgebrauch werben. Beziehungsweise -wiederum negativ- soll der deutlichste sprachliche Mißgiff, also das jeweils jährlich gewählte »Unwort des Jahres« öffentlich gerügt werden. Ebenso in die Kritik geraten auch weitere Wörter und Formulierungen.

Das diesjährige Wort wurde aus 969 verschiedenen Vorschlägen unter 1’760 Einsendungen aus dem In- und Ausland gewählt. Weswegen fiel die Wahl auf “Herdprämie”? Die Begründung der Jury lautet “Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen.” Zwischenzeitlich ist ein ganzes Wortfeld mit derselben Diffamierungsabsicht entstanden; hierzu zählen Varianten wie “Aufzuchtprämie”, “Gluckengehalt” und “Schnapsgeld”. Für den Platz 2 entschied sich die Jury beim Wort “klimaneutral”, auf Platz 3 rangiert die Formulierung “entartet”.