US-FedErst am Freitag wurde die New Yorker Bank Bear Stearns durch kurzfristige Finanzspritzen der US-Notenbank Federal Reserve vor einem Kollaps aufgefangen. Die in schwere Schieflage geratene US-Investmentbank Bear Stearns gehört zu den am stärksten von der US-Hypothekenkrise betroffenen Banken – nun teilte JPMorgan Chase mit, sie werde Bear Stearns übernehmen; für rund zwei Dollar je Aktie in eigenen Anteilsscheinen. Der Preis der Übernahme liegt mit 236 Millionen Dollar weit unter dem Börsenwert von Bear Stearns zum Ende der vergangenen Woche. Die Fed unterstützt das Geschäft mit einer Sonderfinanzierung. ..

Solche Pegelstände wie derzeit hat es seit 30 Jahren nicht mehr gegeben. Mit dem Eingriff bei Bear Stearns hat die Fed einen Sandsack nachgelegt, damit der Damm hält, der die Wirtschaft stützt. Kommende Woche müssen die Banken liefern und haben hoffentlich noch einen Sack in Reserve.

Am Sonntag kündigte die US-Notenbank Fed bereits ein Sonderkreditprogramm an, um großen Finanzfirmen zusätzliches Geld zur Verfügung zu stellen. Zugleich drehte die Fed den Geldhahn weiter auf, indem sie den Diskontsatz weiter senkte:

Die Fed legte unterdessen ein neues Kreditprogramm auf, mit dem sich große Wall-Street-Investmentbanken von Montag an Kurzzeitkredite sichern können. Den Diskontsatz senkte sie um 0,25 Prozentpunkte. Der Satz, zu dem sich Banken bei der Fed Liquidität verschaffen können, liegt nunmehr bei 3,25 Prozent. Auf diese Weise will die Notenbank befürchteten Panikreaktionen an den Finanzmärkten am Montag entgegenwirken.

Als Folge dieser Turbolenzen stieg der Eurokurs auf ein neues Rekordhoch von 1,5825 Dollar, die Rohstoffpreise werden wohl erneut in schwindelnde Höhen steigen. Die US-Aktienkurse zogen zunächst außerbörslich an, gaben dann aber wegen Sorgen vor einer Ausweitung der weltweiten Kreditkrise deutlich nach. Was wird diese Woche noch geschehen? Wird Ben Bernanke, der US-Notenbankchef nochmals tiefgreifende Entscheidungen fällen müssen?