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Seit heute Vormittag um 11 Uhr liegt offiziell die Gemeinschaftsdiagnose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für die Medien vor. Dieses wird seit 1950 sowohl im Frühjahr als auch im Herbst eines Jahres erstellt und dient einer Prognose der Konjunkturentwicklung. Im Großen und Ganzen zeigt sich in Deutschland sowohl die Wirtschaft als auch das Bankensystem trotz der negativen Auswirkungen hervorgerufen durch die Bankenkrise in den USA, robust. …………………………

Allerdings werden die für 2008 zunächst mit 2,2 Prozent prophezeiten Wachstumsprognosen auf 1,8 Prozent gesenkt und für das Jahr 2009 wird nur noch mit einem Plus von 1,4 Prozent gerechnet (Tabelle 2.3, Seite 28).

Als so genannter Konjunktur-Bremser wirken u. a. der starke Euro, die hohen Ölpreise und die aktuelle US-Finanzkrise; die nur noch schwach zunehmende gesamtwirtschaftliche Nachfrage Japans wirkt in dieselbe Richtung, jedoch wirkt sich das beträchtliche weltwirtschaftliche Expansionstempo der Schwellenländer immer noch positiv aus. Insgesamt ist mit einem Nachlassen der weltwirtschaftlichen Expansion zu rechnen; das Bruttoinlandsprodukt der Welt wird voraussichtlich in diesem Jahr mit 2,7% merklich langsamer als in den vergangenen Jahren zulegen.

Dementsprechend werden die Notenbanken ihre Schwerpunkte setzen. In den USA wurden aufgrund der Reszessiongefahr die Leitzinsen massiv gesenkt, die europäischen Zentralbanken werden aufgrund der Inflationsgefahr keine oder nur minime Zinssenkungen vornehmen.
Aus Expertensicht und der Wirtschaftsforschungsinstitute hält man es vor dem Hintergrund der Prognose bzgl. Konjunktur und Inflation für angemessen, dass die EZB den Leitzins bei 4% beläßt.

Weiterhin positiv wird sich in Deutschland der Abbau der Arbeitslosigkeit gestalten. Für 2009 sei eine Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen möglich, was einer Arbeitslosenquote von 6,9 % entspricht.
Die Inflationsrate wird sich allmählich zurückbilden, denn der Auftrieb bei den Nahrungsmittelpreisen wird allmählich nachlassen. Die Verbraucherpreise werden im Jahr 2008 um 2,6 % über dem Niveau im Vorjahr liegen; 2009 sollen sie auf 1,8% fallen. (Tabelle 2.3, Seite 36).

Allerdings sei die weltweite Finanzmarktkrise nach Ansicht der Experten noch lange nicht ausgestanden. Denn die Vereinigten Staaten stünden am Rande einer Rezession.

Das Gesamtgutachten wurde von nachfolgenden Instituten erstellt:

Dienstleistungsauftrag des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose:

ifo Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München
[www.ifo.de]
in Kooperation mit:
KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich
[www.kof.ethz.ch]
Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
[www.ifw-kiel.de]
Institut für Wirtschaftsforschung Halle
[www.iwh-halle.de]
in Kooperation mit:
Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung
in der Hans-Böckler-Stiftung
[www.imk-boeckler.de]
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
[www.wifo.ac.at]
Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung
[www.rwi-essen.de]
bei der Mittelfristprognose in Kooperation mit:
Institut für Höhere Studien Wien
[www.ihs.ac.at]

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