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Heute fand im Kreml der Machtwechsel statt: Der bisherige Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin mußte nach zwei Amtsperioden in Folge abtreten und der neue russische Präsident, Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, trat in einem prunkvoll inszenierten Festakt sein Amt an.

Nach der Zeremonie im Großen Kremlpalast ernannte Medwedew seinen politischen Ziehvater Putin zum Regierungschef. “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” – hier wohl die treffende Karikatur zu diesem Akt, gefunden in Ansichten über Russland, Europa und Internationale Angelegenheiten. Die morgige Bestätigung durch die Duma soll reine Formsache sein, Putin führt die Kremlpartei Geeintes Russland, die eine Zweidrittelmehrheit im Parlament hat.

Putin und Medwedew wollen das Land künftig gemeinsam regieren. Dabei ist unklar, wie die Machtaufteilung zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus, dem Sitz der Regierung, aussehen wird. Experten erwarten, dass Putin mit Duldung Medwedews bis auf weiteres die Geschicke des Riesenreichs lenkt.
Den bisherigen Kremlchef und seinen gewählten Wunschnachfolger verbindet eine mehr als zehnjährige gemeinsame Karriere. Sie kennen sich bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit in St. Petersburg. Medwedew hatte sich im Wahlkampf als liberaler Politiker präsentiert. Er gewann die Wahl am 2. März mit 70,28 Prozent der Stimmen.

Bis 2020 wird Putin somit die Schlüsselfunktion für Russland obligen. Nachfolgende zwölf Ziele sollen maßgeblich erreicht werden:

  1. Senkung der Inflation
  2. Steuersenkungen die Ölförderung
  3. Föderung der OAK ( Luftfahrtkonzern) und der OSK (Vereinigten Schiffbaukorporation)
  4. Effektivitätssteigerung der russischen Wirtschaft
  5. Armutsbekämpfung bis Ende 2008 per Regierungsplan
  6. Verbesserung der Lebensqualität in Russland
  7. Stabilität der Lebensmittelpreise
  8. Bau von neuen Wohnflächen hat Vorrang
  9. Gründung von Kooperationsrat Regierung – Staatsduma
  10. Übertragung von Vollmachten des Zentrums an die Regionen
  11. Kampfansage dem Rauchen und Alkoholismus
  12. Weitere Unterstützung von Armee und Flotte zu

Die russische Börse reagierte positiv auf die Amtseinführung Medwedews. Der 42-Jährige ist nach Putin und Boris Jelzin der dritte Präsident Russlands nach dem Ende der Sowjetunion. Medwedew kündigte explizit eine Stärkung der bürgerlichen und wirtschaftlichen Freiheiten an.