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Die Abgeordnetenentschädigung (Diät), geht auf Perikles, einen athenischen Staatsmann und Feldherr, zurück. Er führte diesen Verdienstausfall ein, damit sich auch Angehörige der unteren Klassen der Politik widmen konnten. Es gab nun Sitzungsgeld für das Richteramt, regelmäßige Entschädigungen für Hopliten und Ruderer sowie für die Ratsmitglieder Athens. Nach immer stärker werdendem Druck auch aus den eigenen Reihen und angesichts des Armuts- und Reichtumsberichts des Vortages, ist die Diätenerhöhung nun vorerst vom Tisch.

Am Dienstag, 20. Mai zogen Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck (SPD) die Vorlage offiziell zurück.

Wer dem Vorwurf der Selbstbedienung ausgesetzt ist, kann nicht glaubwürdig einen Ausgleich zwischen Arm und Reich einfordern.

Immerhin hätte diese Erhöhung – wäre sie realisiert worden – ein zweite Anhebung der Bezüge bedeutet, denn bereits im November des vergangenen Jahres hatte der Bundestag eine Erhöhung um rund neun Prozent beschlossen. Nun sollte nach dem Willen von Union und SPD der Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes auf die Bezüge der Parlamentarier übertragen werden – dies wären dann weitere sechs Prozent für die 612 Bundestagsabgeordneten gewesen – doch darauf wurde nun verzichtet.

Damit bleibt es bei der Ende 2007 beschlossenen Anhebung der Diäten in zwei Schritten um rund neun Prozent: Zum 1. Januar 2008 waren die Bezüge der Abgeordneten bereits um 330 auf 7339 Euro erhöht worden. Anfang 2009 steigen sie auf 7668 Euro.