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Die Öl-Preisspirale dreht sich unsaufhörlich weiter: “Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent schnellte auf die Rekordhöhe von 146,69 Dollar je Barrel (159 Liter), bevor er dann wieder leicht nachgab. Der US-Rohölpreis erklomm zeitweilig den bisherigen Rekordwert von 145,85 Dollar, um dann ebenfalls geringfügig abzufallen.” Offensichtlich fühlt sich die Notenbank durch die derzeitigen Preiserhöhungen berufen, nun einzuschreiten – durch so genannte externe Preisschocks, wie beispielsweise über höhere Rohstoffpreise, kann ein Effekt analog der Kostendruck-Inflation ausgelöst werden. Somit zieht die EZB die Inflationsbremse – in der Eurozone liegt die Inflationsrate inzwischen bei vier Prozent – Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) verkündet heute die Leitzinsanhebung.

Die Preise sind heiß – die Inflation beginnt zu gallopieren. Trichet begründete die Anhebung von bislang 4,0 auf 4,25 Prozent am heutigen Donnerstag in Frankfurt mit den gestiegenen Gefahren, dass der massive Teuerungsdruck zu einer Lohn-Preis-Spirale und einer Verselbständigung der Inflation führen könne. Als Richtwert strebt die EZB im Euroraum einen Wert von knapp unter zwei Prozent an (Preisniveaustabilität). Beim jetzigen Stand von vier Prozent bedeutet dies, dass die Geldpolitik noch nicht restriktiv genug ist. Die Geldmenge in ihrer breiten Definition wächst bereits mit zweistelligen Raten – mehr als doppelt so schnell wie von der EZB einst anstrebte. Je nachdem, wie sich die Lage künftig entwickeln wird, könnte sie sogar gezwungen sein, die Zinsen wiederholt anzuheben – selbst wenn dadurch eine Rezession heraufbeschworen wird.

Bei der Bank of England (BoE) regierte man schon früher. Bereits vor mehr als einem Jahr informierte der Notenbankgouverneur Mervyn King den Schatzkanzler, dass die Inflation die 3-Prozentmarke überschritten hatte. Allerdings liegt die Verbraucherpreisinflation mit 3,3 Prozent noch unterhalb der von der BoE als kritisch eingestuften Marke von 5 Prozent. Das Wachstum der breiten Geldmenge liegt zwar mit 10 Prozent immer noch hoch, ist aber in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen, da die britische Wirtschaft genauso schnell in eine Rezession abzugleiten scheint.

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