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Grace Jones, die Ikone des Sprechgesangs – tief, abgründig, aufregend. Nach 19 Jahren erscheint ihr neues Album „Hurricane“, zeitlos, eindrücklich, um- werfend! Wie immer hochwertige Qualität. Und in der Single „Corporate Cannibal“ spielt sie sogar den Kapitalismus selbst – das System, das sich am Schluss selbst auffrist – just im Augenblick der Finanzkrise erscheint ihr Werk! Warhol-Muse, Sängerin, Model, Mannweib, Anti-Bondgirl – ihr perfekt gestyltes, androgynes und betont hedonistisches, unterkühltes Image ist bedeutender Bestandteil der Bühnenperson Grace Jones. …………………………

„Ich bin eine Menschen fressende Maschine.“

Für das Video zu Corporate Cannibal hat der junge Filmemacher Nick Hooker Grace Jones’ Kopf in ein schwarzes Monster verwandelt, das seine Form ändert wie Quecksilber oder eben wie das freigesetzte Kapital.

Der entscheidende Kunstgriff aber ist, dass Grace Jones sich nicht als Opfer präsentiert, sondern als Aggressor. Komm her, gib mir dein Fleisch, lockt sie, als ewige menschenfressende Maschine. Und macht sich zum Symbol eines Systems, das just zum Zeitpunkt des Erscheinens des Albums seine ganze Abgründigkeit demonstriert.

Es ist verflixt gut gemacht. Wie früher. Nur mit mehr Selbstironie. Sie ist zurück. Und sie hat sich kaum verändert. Manche Vierzigjährige gäbe etwas darum, so jung wie die inzwischen seit Mai diesen Jahres, sechzigjährige Grace Jones, auszusehen.

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