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© wikipedia.orgBrimborium und Zinnober. Baden-Baden, eine Stadt im Ausnahmezustand. Der NATO-Gipfel, anläßlich des 60. Geburtstages des Nord- atlantikpaktes, der am vergangenen Wochenende in Baden-Baden, Kehl am Rhein und Strasbourg (Frankreich) stattfand, ist zu Ende. Zeit, ein Résumé zu fassen.

Die NATO, ursprünglich in der Zeit des kalten Krieges als militärisches Bündnis europäischer und nordamerikanischer Staaten gegen den Feind im Osten gegründet, ist heute ohne die Hauptbedrohung der UdSSR und somit des Warschauer Pakts, für diesen Zweck hinlänglich geworden.
Die Geburtsstunde der NATO (North Atlantic Treaty Organization, deutsch: Nordatlantikvertrag-Organisation oder Nordatlantische Vertragsorganisation, französisch Organisation du Traité de l’Atlantique Nord, abgekürzt OTAN) erfolgte durch die Unterzeichnung am 4. April 1949 zunächst auf zwanzig Jahre.
Mitte der 80er Jahre, eingeleitet durch den Wandel der sowjetischen Außenpolitik unter KPdSU-Generalsekretär Michail Sergejewitsch Gorbatschow und den beginnenden Reformen (Glasnost und Perestroika), kam es zu kontroversen Diskussionen innerhalb der NATO-Staaten, wie auf diese Politik reagiert werden soll.
Mit den friedlichen „Volksrevolutionen” auf dem Gebiet des Warschauer Pakts, u.a. der deutschen Wiedervereinigung mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zur Bundesrepublik Deutschland (BRD) am 3. Oktober 1990, entfiel die Hauptbedrohung für die NATO-Staaten und die Bündnispartner gerieten unter erheblichen Anpassungsdruck. In der Konsequenz dessen entstanden neue Ideen und Strukturen. Zwar sollte die NATO künftig weiterhin eine wichtige Funktion im Rahmen der euro-atlantischen Sicherheitsordnung und als transatlantisches Bindeglied fungieren, durch die Auflösung des Warschauer Paktes kamen allerdings auch neue Aufgaben dazu: Die NATO sollte ein Instrument des Krisenmanagements sein, weiterhin ein Verifikations- und Durchsetzungsinstrument der Rüstungskontrolle und ein intaktes Militärbündnis für friedenserhaltende Maßnahmen der Vereinten Nationen sowie der OSZE. Ebenfalls zu den „neuen Ideen” zählte die 1992 vereinbarte Bereitschaft der NATO zu den „Out-of-Area“-Einsätzen.

Nato-Gipfel finden als so genannte Gipfeltreffen, also Tagungen des Nordatlantikrats auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs, in der Regel alle zwei bis drei Jahre statt. Der aktuelle Nato-Gipfel vom 3. und 4. April 2009 in Straßburg , Baden-Baden und Kehl wurde von den beiden Nachbarstaaten Deutschland und Frankreich gemeinsam ausgerichtet. Bei dieser Konferenz stand das 60-jährige Jubiläum des Nordatlantikpakts im Vordergrund. Die bislang 26 Nato-Mitgliedsstaaten nahmen Albanien und Kroatien als neue Mitglieder auf.
ZEIT ONLINE gibt einen visuellen Rückblick auf den Nato-Gipfel, indem die Gewinner und Verlierer des Natogipfels der drei bewegten Tage eruiert werden: Demnach zählen zu den Gewinnern der designierte Nato-Generalsekretär Rasmussen und Barack Obama, der eine „Welt ohne Atomwaffen“ will. Verlierer seien die Türkei und Georgien; erster habe ein Eigentor geschossen, letzter deshalb, da die NATO nach dem russischen Einmarsch in Georgien vom August 2008 die Arbeit des gemeinsamen Gremiums mit Moskau weitgehend auf Eis gelegt hatte.