Die “Rocksaumtheorie” des US-Ökonomen George Taylor postulierte bereits 1926 eine positive Korrelation zwischen der Rocklänge der Damenwelt und der Konjunkturlage der Wirtschaft. “Minirock-Index” dieser, insbesondere für Männer sehr einprägsame Wirtschaftsindikator, wurde inzwischen mehrfach empirisch belegt: Steigt die Zuversicht, zieht die Konjunktur an, werden die Rocksäume kürzer. Das Gegenteil ist der Fall, wenn es mit der Wirtschaft abwärts geht; dann wird das Knie wieder bedeckt gehalten. So gesehen stehen die Prognosen für die Konjunktur 2011 gut, schenkt man dem DMI (DEUTSCHES MODE-INSTITUT) Glauben: Demgemäß gilt für die Rockmode im Frühling/Sommer 2011 die Devise «Beine bleiben im Blickfeld».

Ein kleines Problem stellt sich allerdings mit dem so genannten timelag dieses Indikators. Diese zeitliche Verzögerung soll bei der reagieren Mode und Wirtschaft in etwa bei drei Jahren liegen. Diesen Zusammenhang der Aufs und Abs der Röcke bzw. der Wirtschaft haben Marjolein van Baardwijk und Philip Hans Franses vom Econometric Institute der Erasmus School of Economics in Rotterdam in ihrer am 27.06.2010 veröffentlichten Studie «The hemline and the economy: is there any match?» wissenschaftlich unter die Lupe genommen.

Die beiden Rotterdamer Wissenschaftler sind dieser “Urban Legend“ nun auf den Grund gegangen. Sie haben hierfür die Kleidermode von 1921 bis heute anhand der französischen Modezeitschrift L’Officiel untersucht.

HEMLINE -Konjunktur-Indikator “Minirock” grafisch aufbereitet:

Bereits vor knapp 90 Jahren war das Phänomen durch den US-Ökonomen George Taylor bekannt. Er stellte 1926 den “Hemline Index“ vor, eine Theorie, die behauptet, dass Röcke zusammen mit Börsenkursen in die Höhe klettern. Die Hemline ist der Abstand vom Boden zum Rocksaum. Die obige Grafik scheint die Theorie zu bestätigen: “Ökonomische Talfahrt läßt die Röcke und Kleider länger werden, während ein Aufschwung mit einem höheren Rocksaum einhergeht”, so Van Baardwijk und Franses.

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In diesem Sinne ein Hoch für 2011!