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Es geht um Glaubwürdigkeit.
Die berühmt-berüchtigte “cred·i·bil·i·ty”,


die bereits vor ziemlich genau einem Jahr auch der damaligen Landesbischöfin Margot Käßmann das Amt gekostet hat. Genauso wenig, wie sich Margot Käßmann darauf hinausredete, nicht als Fahrerin eingestellt worden zu sein, ist die Begründung, zu Guttenberg sei nicht als wissenschaftlicher Assitent berufen gewesen, haltbar. Doch wieso sollten eigentlich für zu Guttenberg andere Gesetzmäßigkeiten gelten? Vielleicht ist der Minister der Rücktrittsempfehlung des Vorsitzenden der niedersächsischen Hochschulrektorenkonferenz, Jürgen Hesselbach gefolgt, der ihm empfahl, sich […]die nach einer Alkoholfahrt zurückgetretene EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann zum Vorbild nehmen: “Die hat es ordentlich gemacht. Es ist jetzt schon fast ein bisschen spät, aber er kann es noch tun[…] Wer kennt sie nicht, die Redensart, Hochmut kommt vor dem Fall ? – Nun es kam nun doch soweit, nachdem sich die Affäre medienmäßig beinahe ins Unerträgliche steigerte – Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Absprung geschafft. Es begann am 16. Februar…

16.02.2011 – Bremer Juraprofessor, Andreas Fischer-Lescano prangert mehrere Stellen zu Guttenbergs Doktorarbeit in der Süddeutschen Zeitung als “dreistes Plagiat” an. Zu Guttenberg dementiert “Der Vorwurf, meine Doktorarbeit sei ein Plagiat, ist abstrus”.

17.02.2011 – Die Anzahl der Textpassagen, die offensichtlich wörtlich übernommen wurden, aber nicht als solche gekennzeichnet sind, häufen sich. Zu Guttenberg wird von der Universitä Bayreuth aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen Stellung zu nehmen.

18.02.2011 – Zu Guttenberg entschuldigt sich, versichtert abermals, dass seine Diss. kein Plagiat sei. Möchte allerdings bis zur Klärung vorübergehend auf seinen Doktortitel verzichten. Kanzlerin Angela Merkel hat weiterhin “Volles Vertrauen” – zwischenzeitlich werden zwei Strafanzeigen gegen den Verteidigungsminister gestellt.

19.02.2011 – Die Plagiatsjagd im Internet beginnt. Interaktiver Guttenberg Report – Eine graphische Aufbereitung der im GuttenPlag Wiki gesammelten Daten zu Karl-Theodor Freiherr zu Guttenbergs Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag“.

21.02.2011 – Trotz der massiven Vorwürfe gehe zu Guttenberg im Sturm nicht von Deck, sagte er an der CDU-Veranstaltung; bittet jedoch die Universität Bayreuth, den Doktortitel zurückzunehmen. In Berlin betont Kanzlerin Angela Merkel (CDU): «Ich habe keinen wissenschaftlichen Assistenten oder einen Promovierenden oder einen Inhaber einer Doktorarbeit berufen». Ihr gehe es um die Arbeit als Bundesverteidungsminister. «Die erfüllt er hervorragend, und das ist das, was für mich zählt.»

22.02.2011 – Die gesamte Unionsfraktion sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel stehen hinter zu Guttenberg. Universität Bayreuth publiziert die Rücknahme-Bitte zu Guttenbergs.

23.02.2011 – Die Universität Bayreuth aberkennt den Doktortitel des Verteidigungministers, der eisern an seinem Amt festhalten möchte. Massive Vorwürfe der Opposition “Getäuscht, betrogen, gelogen” und Forderungen des Rücktritts werden laut.

24.02.2011 – Es wird bekannt, dass zu Guttenberg mehr wissenschaftliche Gutachten des Bundestags für seine Diss. benutzt hat, als bislang angenommen. Der DHV (Dt. Hochschulverband) übt massive Kritik am Verhalten von Teilen der Politik in der Plagiatsaffäre und bezeichnet dies als «empörend».

26.02.2011 – Juristen sprechen inzwischen von Vorsatz, bei der Verwendung von zu Guttenbergs fremden Texten. In Berlin gehen Demonstranten auf die Straße und zeigen ihm den Schuh, weil er nach wie vor an seinem Amt als Verteidungsminister festhält.

27.02.2011 – In den eigenen Reihen schwindet der Rückhalt. Immer mehr Politiker melden sich zu Wort; nur die Bundeskanzlerin stärkt noch immer den Rücken ihres Ministers.

28.02.2011 – In einem offenen Brief beschwert sich die Wissenschaft bei der Kanzlerin; ebenso protestieren 30’000 Bürger im Internet mit einem Brief an Merkel gegen den Umgang mit der «Causa Guttenberg». Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) schämt sich für zu Guttenberg.

01.03.2011 – Zu Guttenberg tritt zurück. Seine Erklärung dazu im Wortlaut, die mit dem Satz “Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht” endet. Professor Dr. Rüdiger Bormann (Präsident Universität Bayreuth) zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg.

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