Vor etwas mehr als einem Jahr stufte S&P Griechenlands Kreditwürdigkeit herab – heute steht Griechland im erbitterten Kampf gegen die Staatspleite. Ohne Hilfe von außen wäre für den Staat “kein Land mehr in Sicht” – der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou, seit 7.  September 2010 an der Regierung inklusive Außenministerium, fordert eine “starke” Unterstützung der EU.

Seit Beginn seiner Amtszeit wird das Land von einer Finanzkrise überschattet, die Papandreou seit Anfang des Jahres durch Einsparungen zu retten versucht: In mehreren Schritten wurden Steuern erhöht und drastische Sparmaßnahmen beschlossen. Daraufhin bekam Griechenland seitens des  IWF (Internationaler  Währungsfond), der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank ein mehr als 110 Milliarden Kreditpaket in Aussicht gestellt, wovon bereits mehrere Zahlungen an den griechischen Staatshaushalt überwiesen wurden.

Unter dem Druck massiver Prostete bildete Papandreou Mitte Juni 2011 seine Regierung um. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou wurde durch den bisherigen Verteidigungsminister Evangelos Venizelos ersetzt und am 19. Juni 2011 stellte Papandreou im Parlament die Vertrauensfrage mit der Ankündigung eines für den Herbst geplanten Referendum, bei dem die griechischen Bürger über Reformen zur Modernisierung des Staates entscheiden sollen. In der Nacht zum 22. Juni gewann Papandreous Regierung die Abstimmung über die Vertrauensfrage und die Mehrheit der Abgeordneten signalisierte ihr Einverständnis zu neuen Sparvorgaben der EU und des IWF.

Bis Anfang Juli wollen die Länder der Euro-Zone Eckpunkte für ein neues Hilfspaket für Griechenland ausarbeiten. In Athen kann aufgeatmet werden, denn «bei einem Sondertreffen am 3. Juli soll eine weitere Kredittranche von 12 Milliarden Euro aus dem alten Rettungsplan ausgezahlt werden – diese ist nötig, um die drohende Pleite abzuwenden».

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