Konjunktur verläuft auf schmalen Grat

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Die Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2011 über die weitere konjunkturelle Entwicklung wird vollkommen von der Bewältigung der europäischen Schuldenkrise determiniert. Die Ökonomen prognostizieren, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 2,9 % und im kommenden lediglich um 0,8 % zunimmt. Letztes Jahr waren die Aussichten um einiges positiver.

[…] In der gegenwärtig schwierigen Lage ist die Wirtschaftspolitik gefordert, einer weiteren Ver-schärfung der Krise entgegenzuwirken. Was die Staatsschuldenkrise im Euroraum angeht, ist eine Lösung trotz der bisher zahlreichen Maßnahmen der europäischen Regierungen und der EZB nicht in Sicht. Die in den vergangenen zwei Jahren unternommenen Rettungsversuche konnten allenfalls kurzfristig zu einer Beruhigung beitragen, weil das Grundproblem einer nicht tragbaren Verschuldung speziell Griechenlands vonseiten der Regierungen zu lange negiert wurde
Insbesondere zwei Kernstücke eines europäischen Reformwerks wurden nicht angepackt. Zum einen wurde kein funktionsfähiger und anreizkompatibler Insolvenzmechanismus für die Mitgliedsländer des Euroraums geschaffen. Allerdings kann eine Insolvenz von Staaten zu erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten führen kann, insbesondere weil die Ge-schäftsbanken Eigenkapital verlieren und dadurch in ihrer Existenz bedroht sein können. Da-her sind zum anderen eine Neuordnung der Finanzmarktregulierung und ein europäisches Verfahren für eine Rekapitalisierung und gegebenenfalls eine geordnete Insolvenz von Ban-ken dringend erforderlich. Dass die Neuregelung der EFSF diese Möglichkeit vorsieht, ist daher prinzipiell zu begrüßen.
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Weitere Informationen im Detail auf der Website der CESifo-Gruppe.