Mit gestriger Pressemitteilung vom 5. Juli 2012 manifestierte die EZB die Unterschreitung einer historischen Marke: Die EZB senkte den Leitzins unter ein Prozent. Der EZB-Rat fasste die folgenden geldpolitischen Beschlüsse:

  1. Der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems wird um 25 Basispunkte auf 0,75 % gesenkt. Dies gilt erstmals für das am 11. Juli 2012 abzuwickelnde Geschäft.
  2. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität wird mit Wirkung vom 11. Juli 2012 um 25 Basispunkte auf 1,50 % gesenkt.
  3. Der Zinssatz für die Einlagefazilität wird mit Wirkung vom 11. Juli 2012 um 25 Basispunkte auf 0,00 % gesenkt.

Dies ist zwar ein historisches Tief bezogen auf das Niveau des europäischen Leitzinses der letzten Jahre. Vergleicht man hierzu jedoch die Leitzins-Werte der USA, Japan und GB, dann liegt der europäische Leitzins mit 0,75% immer noch am höchsten: GB 0,50% gefolgt von den USA 0-0,25% dann der niedrigste in Japan mit 0-0,10%.

Durch diesen Beschluss “will die EZB die Kreditvergabe in der Euro-Zone ankurbeln und auf diesem Wege die schwachen Konjunktur in einer Reihe von Mitgliedsländern anregen.” An anderer Stelle liest man “Eine Zinssenkung hilft den Südländern, weil sie die Banken dort entlastet“.

Die ersten Auswirkungen des Zinsentscheids waren an der Börse zu spüren. Die Aktienkurse und der Eurokurs gerieten deutlich unter Druck. “Der Euro fiel auf ein Tagestief von 1,2364 Prozent.” Jedoch legten gleichzeitig die Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen stark zu. “So kletterte die zehnjährige spanische Rendite um 0,35 Prozentpunkte auf 6,696 Prozent.

  • Der Leitzins ist der Zins, zu welchem sich Kreditinstitute bei der Noten- und Zentralbank Geld leihen können. Mit diesem Mittel können die Währungshüter in die Wirtschaft eingreifen, um beispielsweise die Inflation einzudämmen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln oder eine Rezession rechtzeitig antizipieren.
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