Deo-ohne-Aluminiumchloride

Richtig aufmerksam auf das Thema bin ich erst letzte Woche geworden, als ich am Abend auf 3Sat rein zufällig in die Dokumentation «Die Akte Aluminium» geschaltet hatte – Aluminium, an und für sich ein faszinierendes Leichtmetall, welches wir seit Jahrzehnten im täglichen Leben vielerorts ohne nachzudenken verwenden. Doch als Aluminiumchlorid im Deo soll es Auslöser für Krebs sein und als Medikamenten-Zusatz soll es die Entstehung von Alzheimer begünstigen. Panikmache? Was ist dran an diesen Vermutungen?

Meine Recherchen haben ergeben, dass in der Tat kontroverse Studien über das Brustkrebs-Risiko durch Aluminium in Deodorants existieren. Auffallend war, dass bei den Betroffenen insbesondere vermehrt in den Achselhöhlen (und nicht in der Brust) die Knoten zu finden waren, desweitereren war dies ein Krebs, der Metastasen bildete.

Die österreichische Krebshilfe Organisation versucht die Brisanz und das Risiko der Thematik in ihren Schlussfolgerungen zu den Studien herunterzuspielen. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung BfR und der Krebsinformationsdienst KID (öffentliches Organ des Deutschen Krebsforschungszentrums DKFZ) sowie internationale Brustkrebsverbände gaben bereits vor drei Jahren, 2010 offiziell Entwarnung. U.a. mit der Begründung, dass die in der Studie verwendeten Aluminiumchloride direkt in die Zellkultur injiziert wurden. Und im tagtäglichen Gebrauch von Deodorants wird dieses ja auf die natürliche Barriere der menschlichen Haut aufgetragen. Allerdings wird andernorts doch geraten, solche kosmetischen Mittel nicht in die frisch rasierte Achselhöhle aufzutragen – also doch nicht so harmlos?

Jedenfalls war mein erster Gang der Weg in mein Badezimmer. Sozusagen Kontrollgang. Mit ungutem Gefühl stellte ich fest, dass in sämtlichen meiner verwendeten Deodorants Aluminiumchlorid enthalten ist! Offensichtlich verwende ich seit Jahren Deos mit genau diesem Zusatz!

Daraufhin habe ich erst einmal nachgelesen, was diese Aluminiumsalze überhaupt bewirken, bzw. was für eine Funktion sie haben. Zunächst dachte ich, dass dieser Stoff die unangenehme Geruchsbildung verhindern soll. Jedoch liegt die Funktion in der Unterdrückung des Schwitzens:
Aluminiumchlorid ist ein Antitranspirant, wird also als Schweißhemmer eingesetzt, indem die Salze die Hautporen verstopfen und so die übermäßige Schweißbildung unter den Achseln blockiert wird.  Daneben ist es stark astingierend und wird deshalb in der Seifen- und Textilindustrie verwendet. Gegen Entzündungen im Hals und Rachen werden Aluminiumchlorid-haltige Lösungen angeboten.

Nun, ich denke Panikmache wäre hier fehl am Platz, schließlich verwenden wir alle wohl schon seit Jahren diese Mittel. Allerdings bin ich der Meinung, dass man nach alternativen Produkten Ausschau halten sollte, solange keine wirklichen Langzeitstudien über die Wirkungen von Aluminiumchlorid vorliegen. Habe mit einiger Genugtuung festgestellt, dass auf dem Markt inzwischen viele Hersteller reagiert haben – es gibt genügend Deodorants mit dem ausdrücklichen Hinweis “Ohne Aluminiumchloride” oder “ohne Aluminiumsalze”.

Bei mir habe ich jedenfalls aufgeräumt:
sämtliche alten Deos wurden entsorgt und durch die Neuen ersetzt – fragt sich nur, was wir nun auf unsere Haut auftragen…
zumindest kein AlCl!

.

.
.
.