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Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose titelt dieses Frühjahr in ihrem 84-seitigen Gutachten Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2014 recht zuversichtlich: «Deutsche Konjunktur im Aufschwung – aber Gegenwind von der Wirtschaftspolitik». Auch die Vorstellung der Frühjahrsprojektion von Bundesminister Gabriel geht in dieselbe Richtung: «Deutsche Wirtschaft – Aufschwung auf breitem Fundament».

Wie man den unten publizierten Eckdaten entnehmen kann, befindet sich die deutsche Wirtschaft im Frühjahr 2014 im Aufschwung. Für das Bruttoinlandsprodukt ist für dieses Jahr ein Anstieg um 1,9 Prozent vorhergesagt. Dabei reicht das 68-Prozent-Prognoseintervall von 1,2 Prozent bis 2,6 Prozent. Die dahinter stehende treibende Kraft ist die Binnennachfrage. Moderat soll der Anstieg der Verbraucherpreise mit 1,3 Prozent im Jahr 2014 ausfallen. Abermals dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2014 mit 42 151 noch einmal kräftig steigen. DIW Berlin ist zu entnehmen, dass die Konjunktur allerdings Gegenwind von der Wirtschaftspolitik erhält: “So ist die abschlagsfreie Rente ab 63 ein Schritt in die falsche Richtung, und die Einführung des Mindestlohns wird im Jahr 2015 den Beschäftigungsanstieg dämpfen.”

Eckdaten2014

Die Frühjahrsprojektion von Bundesminister Gabriel führt explizit einige Eckpunkte auf, die detailliert der Pressemitteilung vom 15. April 2014 zu entnehmen sind:

  • Deutsche Unternehmen investieren wieder vermehrt. Die Bruttoanlageinvestitionen werden in diesem Jahr um 4,1 Prozent anziehen, es ist mit einer Steigerung um 4,7% zu rechnen.
  • Anhaltender Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt lässt Beschäftigung und Einkommen deutlich steigen. Verfügbare Einkommen der privaten Haushalte legen 2014 um 2,9% 2015 um 3,3% erneut kräftig zu.
  • Deutliche Einkommenssteigerungen führen in Verbindung mit moderaten Preisniveauentwicklung zu einer steigenden Kaufkraft. Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer steigen preisbereinigt im Jahr 2014 um 1,2 Prozent und im Jahr 2015 um 0,7 Prozent. Privaten Konsumausgaben werden im Jahresdurchschnitt 2014 preisbereinigt um 1,5 Prozent und im Jahr 2015 um 1,7 Prozent beschleunigt zunehmen. Sparquote wird leicht sinken durch niedrige Zinsen und hohe Anschaffungsneigung.
  • Beschäftigung befindet sich weiterhin auf dem Expansionspfad. Erwerbstätigkeit wird dieses Jahr um 240 Tsd. Personen, nächstes Jahr um 120 Tsd. Personen zunehmen. Registrierte Arbeitslosigkeit geht 2014 um 60 Tsd. Personen, 2015 und 35 Tsd. Personen. Arbeitslosenquote reduziert sich 2014 auf 6,7%, nächstes Jahr und 6,6%.
  • Erholung der Weltwirtschaft wird sich festigen. Perspektive hellt sich im Euroraum auf. Die deutschen Exporte steigen 2014 um 4,1%. Nächstes Jahr wird ein Anstieg um 4,6% erwartet. Die Importe werden 2014 mit 4,7% und 2915 um 5,1%i stärker zunehmen als die Exporte. Der Leistungsbilanzüberschuss wird sich zurückbilden.