201409-EZB-LeitzinsZiemlich genau 10 Monate nach der letzten Leitzinssenkung im November 2013 erfolgt eine weitere Senkung: Der Leitzins nähert sich nun mit 0,05% beinahe der Nulllinie. Die jetzige Leitzins-Senkung wurde durch den Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am 4. September innerhalb einer Reihe geldpolitischer Maßnahmen beschlossen.
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Wörlich aus der Pressemitteilung vom 04. September 2014:

Monetary policy decisions

At today’s meeting the Governing Council of the ECB took the following monetary policy decisions:
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  1. The interest rate on the main refinancing operations of the Eurosystem will be decreased by 10 basis points to 0.05%, starting from the operation to be settled on 10 September 2014.
  2. The interest rate on the marginal lending facility will be decreased by 10 basis points to 0.30%, with effect from 10 September 2014.
  3. The interest rate on the deposit facility will be decreased by 10 basis points to -0.20%, with effect from 10 September 2014.

The President of the ECB will comment on the considerations underlying these decisions at a press conference starting at 2.30 p.m. CET today.

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Die Geldpolitischen Beschlüsse der EZB-Sitzung beinhalten

(1) Dass der Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems um 10 Basispunkte auf 0,05% gesenkt wird.
(2) Dass der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität um 10 Basispunkte auf 0,30% gesenkt wird.
(3) Dass der Zinssatz für die Einlagefazilität um 10 Basispunkte auf -0,20% gesenkt wird.

Alle Maßnahmen werden am 10. September 2014 auf das abzuwickelnde Geschäft wirksam. Und diese Maßnahmen machen das Geld billig, die Wirtschaft soll angekurbelt werden. Alle drei Maßnahmen zusammen sollen die schwache Konjunktur im Euroraum anregnen und auf die besorgniserregend tiefe Inflation wirken, welche im August auf 0,3 Prozent gefallen war – den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Ängste vor einer gefährlichen Deflation nimmt EZB-Präsident Mario Draghi, in dem er bei der Vorstellung der jüngsten geldpolitischen Beschlüsse betonte,

“[…] dass derzeit keine Deflation drohe. Die mittel- bis langfristigen Inflationserwartungen seien weiterhin verankert. Er wies allerdings auf die Gefahren für die Inflationserwartungen bei anhaltend niedrigen Teuerungsraten hin.

Diese überraschenden Maßnahmen und die Leitzinssenkung ließen den Euro auf Talfahrt gehen. Die Gemeinschaftswährung rutschte um fast einen US-Cent auf 1,3038 Dollar und notierte damit so niedrig wie seit Juli vergangenen Jahres nicht mehr. Ebenso verlor der Euro zum Franken,. er fiel auf 1,2044 Franken und war damit so billig wie wie zuletzt Anfang Dezember 2012.

  • Der Leitzins ist der Zins, zu welchem sich Kreditinstitute bei der Noten- und Zentralbank Geld leihen können. Mit diesem Mittel können die Währungshüter in die Wirtschaft eingreifen, um beispielsweise die Inflation einzudämmen und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln oder eine Rezession rechtzeitig antizipieren.
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