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Mit der gestrigen Medienmitteilung vom 18. Dezember 2014 führt die Schweizer Nationalbank SNB Negativzinsen auf Girokonten in der Höhe von -0,25%. Dies ist zunächst für Konten ab zehn Millionen Schweizer Franken (entspricht etwa 8,3 Millionen Euro) vorgesehen. Offiziell begründet wird dies damit, “dass der Dreimonats-Libor in den negativen Bereich fällt.” Gleichzeitig bekräftigt die Nationalbank “den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro und wird ihn weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen.”

Mit diesem neuen Steuermittel bekräftigte Notenbank, den am 6. September 2011 eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen zu wollen. Zuletzt war der Euro zu Kursen um 1,2070 Franken gehandelt worden.

Logo-SNBDie Einführung von Negativzinsen macht das Halten von Frankenanlagen weniger attraktiv und unterstützt damitden Mindestkurs.

 

Durch die dramatische Veränderung der Situation an den Finanzmärkten wurde der Franken einem massiven Aufwertungsdruck ausgesetzt. Um zu verhindern, dass der Franken zu teuer wird und vor allem eine Deflationsgefahr abzuwenden, hat man zu diesem unkonventionellen Mittel der Negativzinsen gegriffen. Die SNB möchte mit allen Mitteln am Kurs festhalten und die Bankkunden aus dem Franken treiben, indem sie die Geschäftsbanken für ihre Liquidität, die sie auf Girokonten der SNB halten, zur Kasse bittet. Der Franken soll also schlicht und ergreifend mit dem neuen Steuerungsinstrument unattraktiv gemacht werden.

Logo-SNBDie Nationalbank ist bereit, wenn nötig unbeschränkt Devisen zu kaufen und
weitere Massnahmen zu ergreifen.

 

Über “weitere Massnahmen” konnte man gestern in der NZZ die Äußerung von Thomas Jordan, SNB Präsident lesen, dass weitere Zinssenkungen oder eine Verkleinerung des Freibetrags in Aussicht gestellt würden, wenn die Negativzinsen nicht die erwünschte Wirkung bringen sollten.