Portrait-HansWernerSinnGemäß Ifo-Päsident Hans-Werner Sinn geht es gar nicht um die Tatsache, dass Griechenland pleite ist oder seine Schulden nicht zurückzahlt. Das Problem läge vielmehr darin, dass das Land nicht wettbewerbsfähig sei. Alle anderen Probleme seien im Vergleich dazu absolut zweitrangig. Der Ökonom Sinn sieht eine Rückkehr zur Drachme und damit den sog. Grexit als die einzige Lösung.

«Wir haben eine Massenarbeitslosigkeit, die kaum noch zu beherrschen ist, die auch dazu geführt hat, dass man diese radikale Partei gewählt hat

Diese Arbeitslosigkeit ließe sich nur durch eine reale oder echte Abwertung verringern. Allerdings sei eine reale Abwertung (u.a. Lohnkürzungen) den Leuten nicht zumutbar. Im Gegensatz dazu ginge eine echte Abwertung über die Drachme – und das wäre wohl die Rettung Griechenlands.

Der Grexit wäre somit die einzige Lösung und falls wir das nicht wollten,

«müßten wir Deutschland ganz stark inflationieren und die Griechen bitten, bei den Preisen nicht mitzumachen. Oder ihre Preise und Löhne fallen – oder sie treten aus.»

«wenn wir das alles nicht wollen, dann können wir Griechenlands fehlende Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft durchfinanzieren. Dann marschieren wir schnurstraks in eine europäische Transferunion. Weil wenn wir das mit den Griechen machen, dann müssen wir das auch mit den Spaniern und all den andern machen. Und das ist ein Weg, der gar nicht realisierbar ist

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Jetzt muss man mal einen
neuen Plan probieren!

Es käme doch darauf an, dass die Wirtschaft funktioniert. Denn wenn die Wirtschaft funktioniert, wären auch die Leute mit dem System zufrieden und dann würde auch der Euro stabilisiert. Falls die Griechen im Euro drinnen blieben, würde man doch nur neues Geld dem Alten hinterher werfen. Und diese Experiment habe man die letzten fünf Jahre gemacht, das ganze Theater hätten wir schon x Mal erlebt.

«Also ich glaube, man muss Griechenlands Wirtschaft auf die Beine stellen, und ich wüßte nicht, wie das sonst gehen sollte. Außer durch eine Abwertung.

Das Ganze sind doch Worte.
Worte sind Schall und Rauch

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Bislang hat man sich zu den Vorstellungen eines Grexit immer zögerlich geäußert. Nun ist es ausgesprochen, in der Presse und in aller Munde. Bleibt abzuwarten, was die Verhandlungen des Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel in zwei Tagen, am Donnerstag, 18. Juni 2015 bringen werden.

Quelle:
Video: Grexit: Einschätzung von Prof. Hans-Werner Sinn
Interview im ARD-Mittagsmagazin
15.06.15 | 03:29 Min. | Verfügbar bis 14.06.2016

Weitere Medien-Links:

Weitere Beiträge zu Griechenland auf bettinametzler.com

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