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Regions_de_France_smallErleichterung bei den Konservativen und Sozialisten, denn eine durchaus realistische Katastrophe ist ausgeblieben. Noch. Die Front Nationale ging diesmal leer aus. Alles deutete auf einen ordentlichen Ruck nach rechts, als beim ersten Wahlgang am 6. Dezember 2015 die rechtsextreme Front Nationale in 6 Regionen vorne lag. Daraufhin hatten die Sozialisten ihre Kandidaten zugunsten der Konservativen zurückgezogen. Das Ergebnis des zweiten Wahlganges am 13. Dezember 2015 mit einer deutlich höheren Wahlbeteiligung von knapp 59%, war dann etwas beruhigender: diesmal konnte die Front National mit Marine Le Pen keinen einzigen Wahlkreis gewinnen.

Reaktionen auf die Regionalwahlergebnisse

In den Medien war zu lesen, dass Premierminister Manuel Valls bezüglich des Ergebnisses des Front National in der ersten Wahlrunde sagte: „die Gefahr der extremen Rechten ist nicht gebannt“, weshalb weder „Erleichterung noch Triumphalismus“ angebracht sei. Er „werde das Ergebnis des ersten Wahlgangs nicht vergessen“. Die Politik dürfe nicht weitermachen wie bisher.

Der Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy bezeichnete den ersten Wahlgang ebenfalls als „Warnung“. Er sagte: „Wir können nicht so tun als ob die Franzosen nichts gesagt hätten“; „Die Franzosen erwarten starke Antworten“. Er erwäge, die für November 2016 geplanten Vorwahlen der Republikaner vorzuziehen: Die Franzosen müssten noch überzeugt werden, dass „wir die richtigen Antworten haben“.

Marine Le Pen bezeichnete den Ausgang der zweiten Wahlrunde als Ergebnis von „Manipulationen und Entmündigung der Wähler“. Sie kritisierte, dass Premierminister Valls vor einem „Bürgerkrieg“ im Fall eines Wahlsiegs ihrer Partei gewarnt hatte.

 

Die Konservativ-Bürgerlichen um Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy konnten schlußendlich in mindestens fünf der 13 französischen Regionen gewinnen. Neben Nord-Pas-de-Calais-Picardie, dem Wahlkreis von Marine le Pen und weiteren, gewannen sie ebenfalls in den Regionen Elsass-Champagne-Ardenne-Lothringen, in welchen die FN ebenfalls gute Chancen gehabt hätte.

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TouchePasAmonAlsace defDiesmal habe ich die Regionalwahl wirklich genauesten verfolgt. Spannend war für mich das Wahlverhalten des Elsaß, in welchem seit langer Zeit ein Hang nach rechts zu beobachten ist, doch welches dann, als es im zweiten Wahlgang um “die Wurst ging”, in der Mehrheit doch ganz “brav” konservativ wählte. Dazu muss man wissen, dass die Elsässer sowieso gegenüber der Regierung verärgert waren, als der Parlamentsbeschluss im Herbst die Zusammmenlegung der bis anhin eigenständigen Regionen Elsass (Alsace) mit Champagne-Ardenne und Lothringen (Lorraine) als Einheit fixierte. Dem Ganzen gingen Proteste und Petitionen unter dem Slogan Touche pas à mon Alsace voraus. Es nutzte nichts, die neue Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine (ACAL) mit dem Namen Grand Est, wurde Realität.
Daneben verunsicherte sicherlich viele Wähler die vorangegangenen Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris ganz gewaltig. Allgemeine Unzufriedenheit mit dem Programm der Sozialisten und die hohe Arbeitslosigkeit wirkten ebenfalls nicht positiv. Und so ist wohl das erste Wahlergebnis zu interpretieren – man wollte “dem Hollande” mal einen Denkzettel verpassen, indem man so richtig rechtspopulistisch abstimmte!

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