Vor genau dreißig Jahren wurde der GAU, der größte anzunehmende Unfall eines Atomkraftwerkes in der damaligen Sowjetunion Realität. Die Nuklearkatastrophe ereignete sich in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Am Morgen des 26. April 1986 kommt es im Reaktor 4 zu einer Explosion, der Reaktorkern schmilzt.

Tschernobyl „Neuer Sarkophag“ © Arne Müseler / arne-mueseler.de / CC-BY-SA-3.0

Tschernobyl „Neuer Sarkophag“
© Arne Müseler / arne-mueseler.de / CC-BY-SA-3.0

Das Foto zeigt die gegenwärtige Situation mit dem sog. „Neuen Sarkophag“ im Juni 2013. Der internationale „Shelter Implementation Plan“ soll einen neuen, haltbareren Sarkophag errichten. «Dadurch soll es möglich sein, den alten Sarkophag zu entfernen, ohne dass weitere radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Das ist mit zwei Kränen vorgesehen, die unter hoher Strahlenbelastung speziell vor Ort für diesen Zweck hergestellt wurden. Unter anderem können sie auch radioaktiv kontaminierte Stoffe zerkleinern

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Ich erinnere mich noch sehr genau an dieses Ereignis und an die Tage danach, die durch große Verunsicherung geprägt waren.
Sensibilisiert durch den US-amerikanischer Fernsehfilm The Day After aus dem Jahr 1983, ahnte man die unsichtbare Gefahr von Radioaktivität, die man weder sehen noch riechen kann, deren Folgen aber verheerend sein werden.

Anfänglich wurde seitens der Politik und der Medien alles verharmlost – überhaupt es war ja so weit weg… doch bereits wenige Stunden danach wurde klar, dass die Wolken die Radioaktivität nach ganz Europa tragen werden und dass vor keiner Staatsgrenze Halt gemacht werden würde. Und so kam es dann auch:
Die radioaktive Wolke stieg in die Atmosphäre und trieb zunächst nach Nordwesten. Zuerst wurden Teile der heutigen Ukraine, Weissrussland und Russland kontaminiert.
Bereits am nächsten Tag, am 27. April wurde in Nordfinnland stark erhöhte Strahlung gemessen, danach schlug Schweden Alarm. Am 30. April 1986 erreichte die Wolke Deutschland und die Schweiz; Anfang Mai  hatte sich die radioaktive Wolke über ganz Europa ausgebreitet. Peu-à-peu informierten Behörden über erste empfohlene Sicherheitsmaßtnahmen wie “Obst & Gemüse waschen,  keine Frischmilch für Babys und Schwangere”. Doch im Großen und Ganzen war man überfordert und konnte dem Bürger keine objektiven Infos Auskünfte und/oder Maßnahmen geben. Zu jener Zeit befand sich mein jähriger Sohn noch im Kleinkindalter und die Situation war für uns, wie für viele andere Eltern aus Informations- und Erfahrungsmangel, überhaupt nicht einschätzbar. (M)eine Konsequenz daraus war u.a., dass es keine selbstgekochte Marmelade und kein Gemüse mehr aus Großmutters Garten gab – tragisch…

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Doch hat die Menschheit daraus gelernt? Ich möchte diese rhetorische Frage mit NEIN beantworten und das ist noch weitaus tragischer!

 

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