20160918-berlin_landeswahl_2016

Nicht ganz so heftig wie bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen – aber dennoch mit Erfolg – schnitt die AfD (Alternative für Deutschland) bei der gestrigen Wahl am 18. September 2016 zum Abgeordnetenhaus von Berlin ab. Sie erreichte aber doch immerhin 14,2 % der Stimmen.
Die eigentlichen Wahlgewinner (in der Grafik neongrüne Pfeile),  waren neben der AfD die Linke, die mit einem Zuwachs von 3,5% auf insgesamt 15,6% der Stimmen kam und damit als drittstärkste Partei hervorgeht. Und die FDP schaffte mit einem Zuwachs von 4,9% diesmal die 5%-Hürde und ist somit 6,7% wieder im Abgeordnetenhaus vertreten.

Auch die Grünen mußten diesmal Federn lassen und einen Verlust (minus 2,4%) hinnehmen, wodurch sie sich als viertstärkste Kraft mit 15,2% hinter den Linken einordnen müssen. Die Wahlschlappe der CDU mit 5,7% führt bei dieser Wahl zu nur noch 17,6% aller Stimmen. Und der herbe Verlust der SPD mit 6,7% ergibt zwar noch die stärkste Partei mit 21,6% aller Stimmen, doch dieser Sieg kann wohl nur als “Bonsai-Sieg” bezeichnet werden.

Die bisherige rot-schwarze Koalition ist somit nicht mehr möglich. Künftig wird wohl ein Dreierbündnis in Berlin regieren;  vorstellbar wäre rot-grün-rot oder rot-schwarz-grün oder rot-schwarz-gelb.

Die erste Konstellation – ein Bündnis mit Grünen und Linken – hatte Berlins regierender Bürgermeister Müller nun fürs Erste noch offen gelassen. Allerdings wäre dieses Bündnis gemäß Wahlergebnis wohl das wahrscheinlichste. Und, wenn dies realisiert werden würde, wäre es bundesweit die erste rot-grün-rote Koalition unter Führung der Sozialdemokraten.