Der amtierende Präsident Emmanuel Macron wurde wieder gewählt. In ganz Europa war die Anspannung gestern Abend groß, bis nach zwanzig Uhr die Wahlergebnisse der französischen Präsidentschaftswahl 2022 publiziert wurden: Im zweiten Wahlgang, bei der entscheidenden Stichwahl lag Emmanuel Macron (LREM) mit 58,55% dann doch deutlich vor Marine Le Pen, auf deren Rassemblement National (RN) nur 41,45% der Stimmen entfielen. 
Dennoch war es eine Zitterpartie bis zuletzt. Wie die Grafik der Umfragewerte anschaulich zeigt, wurde der erste Wahlgang von den drei Kandidaten Macron, Le Pen und Mélenchon der Linken dominiert. 

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Im Gegensatz zu Deutschland werden in Frankreich die Präsidentschaftswahlen nach dem sog. Majorzsystem, also dem Mehrheitswahlsystem ausgetragen. Im ersten Wahlgang ist ein Kandidat gewählt, wenn er die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Dies ist eine besondere qualifizierte Mehrheit mit Quorum > 50%, auch diesmal erreichte dies kein Kandidat. Deshalb findet in einem zweiten Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern statt, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben. Derjenige Kandidat, der im zweiten Wahlgang mehr Stimmen erhält, ist als Präsident für fünf Jahre gewählt.

Im ersten Wahlgang am 10. April 2022 teilten Macron (27,8%), Le Pen (23,2%) und Mélenchon der Linken (22%) quasi die Wählerstimmen unter sich und es war unklar, ob diese linken Wähler nun für Macron stimmen oder sich für eine Enthaltung entscheiden würden. Am gestrigen 24. April 2022 erfolgte im zweiten Wahlgang eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten, dem amtierenden, liberalen Präsidenten Emmanuel Macron und der rechtspopulistischen Marine Le Pen. Macron konnte die Wahl trotz Verlusten im Vergleich zur Stichwahl 2017 deutlich gewinnen. Nachfolgend die Resultate der beiden Wahlgänge.

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Bei der entscheidenden Stichwahl der Präsidentschaftswahlen 2017 vor fünf Jahren lag Emmanuel Macron mit 66.1% noch deutlicher vor Marine Le Pen mit nur 33.9% Stimmen. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit 63% bei der aktuellen Präsidentschaftswahl 2022 niedriger als 2017.