Tomi Ungerer – (m)eine Faszination des Extravaganten

Expect the unexpected.
Don’t hope, cope! Mut zur Hoffnungslosigkeit – seine Lebensphilosophie …
“Die Hoffnungslosigkeit ist für mich die achte Muse. Je hoffnungsloser, desto mehr Inspiration findet der Künstler, weil er dann kämpfen muss.”

Tomi Ungerer
wurde 1931 in Straßburg geboren. Sein Vater starb, als Ungerer vier Jahre alt war. 1956 wanderte er nach New York aus, er wurde dort als Autor und Zeichner berühmt. Einige seiner zum Teil drastischen Zeichnungen wurden verboten. 1976 siedelte er nach Irland um.
Tomi Ungerer hatte drei Infarkte, er ist 75 Jahre alt und immer noch unverdrossen. Nun ist sein jüngstes Buch erschienen. Es ist das 141.

Seine erotischen Zeichnungen sind berühmt-berüchtigt.

http://www.zeit.de/2007/18/KJ-Ungerer-Interview
Ein verwurzelter Elsässer

die Energie kommt durch die Wurzeln. Ich wäre nicht, was ich bin, wenn ich nicht Elsässer aus dieser bestimmten Generation wäre. Schon dieser Zorn, diese Unsicherheit: Bin ich Deutscher? Bin ich Franzose? Ich bin froh, diese Unsicherheit in mir zu haben – besser so als arrogant.

http://www.zeit.de/2007/18/KJ-Ungerer-Interview?page=3
Kein Kuss für Mutter hat in Amerika deshalb auch den Preis für das schlimmste Kinderbuch erhalten. Da raucht Toby mit seinem Freund Zigarre oder sitzt auf der Toilette.

http://www.zeit.de/2007/18/KJ-Ungerer-Interview?page=4
Bezeichnet sagt über sich selbst, dass er ein bißchen pervers und in seinen Kinderbüchern definitiv subversiv sei.

“Die Helden meiner Kinderbücher sind alles Antikonformisten. Da ist immer einer, der nicht wie die anderen ist und für seinen Erfolg kämpfen muss. Ich habe Kinderbücher über alle diese gehassten Tiere gemacht – ob Krake oder Fledermaus oder über eine Schlange in Crictor. Ich habe sogar ein Kinderbuch über einen Geier gemacht. Diese seichte heile Welt, die in vielen Kinderbilderbüchern gezeigt wird, die macht einen nicht stark.”

Kinder müssen also einem gewissen Sinne traumatisiert werden, allerdings möchte er nicht, dass seine erotischen Bücher Kindern in die Hände fallen – so was wie Das Kamasutra der Frösche oder der Erotoscope, dieses letzte große Ding.

http://www.zeit.de/2007/18/KJ-Ungerer-Interview?page=5
Schutzengel der Hölle

“Diese Frauen fangen da an, wo der Psychiater aufhören muss, ich habe vor ihnen deshalb größten Respekt. Jeder hat sexuelle Fantasien. Wieso soll man sie nicht inszenieren, solange es niemand anderem schadet? Für mich war die Erotik stets ein Theater, auf dem ich meine Sachen ausspielen konnte. Und falls ich mal blind werden sollte, bleibt mir immer noch die Selbstbefriedigung. Da kann man sich alles vorstellen, das ist eigentlich sowieso das Beste.”

Tod einmal als Quelle einer großen Kraft

Der Tod sei immer gotisch »Er ist bestimmt nicht art déco.«

Unbedingt. Für mich ist der Tod eine Inspiration. Ich war in meinem Leben schon dreimal tot, es war wunderbar. Dieses Licht, dieser Friede, diese Serenität – das haben wir hier auf Erden nicht. Ich habe fast eine Sehnsucht nach dem Tod.

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